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Leaving Home...

Also, wie versprochen ist hier mein letzter Blog. Ich werde nicht über den Urlaub oder die Hochzeit schreiben. Das hier werden mehr oder weniger mein Dankeschön und mein Abschied.
Ich habe in dem letzten Jahr eine richtig große Familie gewonnen. Mit Familienmitgliedern, um die man sich Sorgen macht, die man als besten Freund oder beste Freundin ansieht oder auch über alles liebt.
Ich liege in meinem neuen Bett, umgeben von Camphill-Errungenschaften, und weiß nicht, wo ich anfangen soll.
Ich möchte mich bei euch bedanken, die ihr den Blog verfolgt habt. Danke für euer offenes Ohr, beziehungsweise eure offenen Augen. Es war immer schön eine kleine Zusammenfassung zu schreiben. Wenn einem alles noch einmal durch den Kopf geht, bleiben umso mehr Erinnerungen hängen.
Dann danke ich den Leuten die mich das Jahr begleitet haben. Das wären zum einen mein Träger der Internationale Bund und dann zum anderen das Camphill-Management. Die Art der Begleitung ist natürlich teilweise etwas fragwürdig, hehe.
Des Weiteren bedanke ich mich bei den Leuten, die das ganze ermöglicht haben, größtenteils meine Familie eben! Danke schön!
Und ich bedanke mich noch einmal bei euch, weil ihr mir Mut zugesprochen habt und euch so auf mich gefreut habt!
Ich möchte mich aber ganz ganz groß bei den Leuten bedanken, die mich das Jahr wirklich RICHTIG begleitet haben. Das wären zum einen meine Kollegen und Freunde Nelly und Luise, meine Mentoren, Workshopleiter und Freunde Chantal, Cliff, Susan und Greg und natürlich meinen Residents, die ich jetzt nicht alle aufzählen werde. Des weiteren gehören da ja natürlich meine anderen Kollegen und Workshopleiter dazu. Und auch Alan Murray, Lynsey und Debbie aus dem Day Service und Gerry aus dem Management.
Auch die Leute, die ich unterwegs getroffen habe sollen sich natürlich herzlich gedrückt fühlen. Alex vom Wallace-Monument, der nette Herr, der mir am Bahnhof geholfen hat, die Dame, bei der ich am ersten Tag ein Wallace-Kühlschrankmagnet gekauft habe und die Leute, die mich mit dem Auto mitgenommen haben.

Camphill zu verlassen war nicht leicht. Was schlimmer ist, ist, das Gefühl zu haben, als wäre das ganze letzte Jahr nicht passiert. Plötzlich alleine zu sein (nicht die Art von alleine, die ihr denken könntet) und Erinnerungen zu haben, die so unwirklich wirken tut ziemlich weh. Aber ich werde daran festhalten bis ich sterbe. Und wenn ich mir Karteikärtchen schreiben muss, ich lass das nicht mehr los.

Ja, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Außer vielleicht der einen Sache. Das haben wir in Craft gemacht. Wir haben uns im Kreis aufgestellt, an den Händen genommen und dann zusammen einen Satz gesagt. Und dieser Satz sagt für mich mehr aus als ein ganzes Buch. Für mich stecken da Erinnerungen drin. Erinnerungen die bunt sind. Wie kleine Süßigkeiten purzeln sie in meine Naschdose. Große, kleine, runde, eckige, saure, süße, salzige, raue, glatte, weiche, harte und bunte kleine Erinnerungen. Und um mir jetzt selber einen Gefallen zu tun werde ich einfach nur noch das sagen:

THANK YOU FOR COMING AND GOODBYE!

22.8.13 22:48


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Thank you for coming and goodbye!

Montag:
Hammer, war das ungewohnt, morgens plötzlich wieder aufzuwachen, da an deinem Zimmer enorm viele Leute vorbei rennen. Lauter altbekannte Stimmen reißen einen aus dem Schlaf und fordern dich zu einem bitteren Kampf auf. Wer gewinnt? Die Müdigkeit oder doch der menschliche Wecker? Naja, ich glaube der Wecker hat begonnen.
Nelly und ich haben uns heute noch einmal auf den Weg nach Doune begeben. Sie wollte einen Friseur-Termin ausmachen und hat sich dann letztendlich ihre pinken Spitzen abschneiden lassen. Und abends hat sie sich ihre Haare wieder von Johanna färben lassen. Braun. Menno… das schöne Pink.
Ich war morgens schnell in Amber um zu frühstücken und habe mich von Phil verabschiedet. Der Typ ist wirklich kein Mann der großen Worte, aber ich glaube trotzdem, dass er mich ganz gut leiden konnte. Zumindest rede ich mir das jetzt einfach immer wieder ein. Von meiner Hausleiterin weiß ich, dass sie mich nicht leiden kann. Beruht auf Gegenseitigkeit.
Tja, wie dem auch sei, nachdem wir aus Doune zurück waren, sind wir schnell zu Chantal. Der Raum war aber ziemlich voll und deswegen bin ich dann letztendlich zu Craft gestapft. Und dort habe ich „Bob“ wieder gesehen. Oh man, mein Herz hat echt einen Hüpfer gemacht und ich habe seinen Namen laut durch den Raum gerufen und er hat aufgesehen und gleich „Hiya“ zurück geworfen. Und das öfters.
Obwohl ich irgendwie im Urlaub bin, habe ich dann letztendlich doch gearbeitet. Ich habe Cliffs mega ekligen Kühlschrank sauber gemacht und möchte dafür bitte bezahlt werden mit 1 Million Pfund Schmerzensgeld! Das war echt widerlich! So ekelhaft. Aber „Bob“ hat mir ein bisschen geholfen. Und er war mein Schalträger. Ich wollte nicht, dass mein Schal dreckig wird und habe ihm den Schal um den Nacken gehängt und ihm gesagt, dass er gut aussieht mit einem Schal woraufhin er total glücklich durch den ganzen Raum gelaufen ist und hat gerufen hat: „Ich sehe gut aus mit einem Schal, ich sehe gut aus mit einem Schal!“
Irgendwann später habe ich sein Buch durchgelesen und mein Herz ist beinahe stehen geblieben. Seine Eltern haben geschrieben, dass er ein Geschenk für mich hat. Also hat er mir seine Tasche gegeben und ich habe ein kleines Paket herausgeholt. Es war Schokolade… belgische… mmhhhhh… aber bis jetzt haben nur „Bob“, einer meiner Day Students und Bridget aus dem Day Service ein Stückchen gehabt. Ich hab sie noch nicht probiert (heute ist Dienstag, nur um das mal zu erwähnen)… mal sehen, wann das kommt.
Tja… sonst sind noch einige kleine Dinge geschehen. Wir haben Zsolt ein bisschen genervt, hatten unser Abschiedsessen (ohne Kuchen oder Finger Food, echt enttäuschend… nach einem Jahr), bei dem wir dann wenigstens Geschenke bekommen haben (Eine Kette mit einem Bernstein (Amber) und eine Karte… meine ist aber voll langweilig… Nelly ihre Karte hat wenigstens noch irgendwie Charme&hellip UND ganz ganz viele neue Co-Worker sind angekommen. Ich glaube 3 Stück oder so. Und mit unserer für Amber (Kathrin) sogar 4. Nelly und ich saßen in Amber herum und haben auf die neue gewartet.
Am Abend haben Nelly und ich ein paar Bilder, Filme und etwas Musik ausgetauscht und dann sind wir zu Johanna um einen Film zu sehen. Das war eigentlich als „Amber-Abend“ geplant. Und doch saßen wir letztendlich mit Sophie (Neuen Nummer 1), Aline, Judith, Johanna und Emil im Caravan. Dat war auch kurz da, ist aber ziemlich schnell wieder ab gedüst. 8 Leute sind auch genug, meiner Meinung nach. Es war viel zu laut! Und wir mussten „Dirty Dancing“ ansehen. Ich habe den noch nie gesehen und ich weiß auch aus welchem Grund. Klassiker hin oder her… er hat mir nicht wirklich gefallen… und dann haben alle geredet und man hat durchgehend schwer zuhören können… ich war echt froh, als es dann vorbei war.
Dienstag:
Tja, auch heute war wieder ein sehr „anstrengender“ Tag. Eigentlich ja nicht. Nelly hat mir morgens die Haare geglättet, einfach nur um zu sehen wie das aussieht. Dann sind wir beide zu Textiles und haben uns da eine ganze Weil aufgehalten. Gegen Nachmittag wollte ich dann aber noch Susan verabschieden und habe mich auf den Weg zu Pottery gemacht. Dort angekommen, haben Susan und ich uns unterhalten und es war wirklich nett!
Mein eigentlicher Plan war: wieder zu Chantal zurück. Aber irgendwie dachte ich dann: „Hm, lass mal in Woodwork vorbeischauen!“. Gesagt, getan. Ich bin also zu Woodwork gestiefelt und habe dort für 20 Minuten mit „Bob“ gearbeitet. Dann haben wir mit Emil, dem Neuen, die Tea-Break vorbereitet. Greg hat sich glaube ich echt gefreut, mich zu sehen. Er hat mir gesagt, dass er mich wirklich vermissen wird und, obwohl er wirklich immer sarkastische Sachen rauswirft und immer bis ins Unendliche lobt, glaube ich, dass dieses Mal auf jeden Fall ein Fünkchen Wahrheit dabei ist. Ich hoffe es.
DANACH bin ich wieder zu Chantal. Sie und Lynsey haben mir meine Haare auch noch einmal geglättet und das so gut gemacht, dass sie wirklich Ewigkeiten hielten. Wir hatten eine Menge Spaß und haben wirklich nur Blödsinn geredet.
Nach den Workshops haben Nelly und ich etwas gegessen und sind dann los um ihren Koffer zu packen, da sie einen nach Hause schicken wird. Sie hat also ihre Sachen herausgelegt und ich saß in meinem Zimmer und habe nichts getan. Wir haben beide auf Luise gewartet, da sie die beste Person ist um Sachen zu packen. Sie hat schon Naomis und meinen Koffer, in meinem Fall das Paket, gepackt. Also Luise dann kam, habe ich mich schnell in Nellys Koffer gelegt (er wird von Luise immer liebevoll „Kindersarg“ genannt) und sie hat ihn zugemacht. Dann wollte sie Luise verklickern, dass sie ihren Koffer ja selber schon super gepackt hat. Tja, und dann war da plötzlich eine Leo drin. Aber davon nicht genug.
Als Luise losgezogen ist um unserer neuen Co-Workerin Kathrin den Waschraum zu zeigen, hat Nelly ihr Socke ausgezogen und sie an meinen Tür Knauf gehängt. Nur um da kurz etwas zu erklären. Wir mussten uns den Abend davor „Dirty Dancing“ ansehen. Wenn „Babys“ Schwester den komischen Robbie Typ abholen möchte, hängt ein Handtuch an seiner Türe. Aber die Schwester geht trotzdem rein und findet Robbie im Bett mit einer anderen. Daraufhin meinte ich, dass das ja wohl offensichtlich war mit dem Handtuch an der Türe. Und Luise meinte dann, dass das universale Zeichen eine Socke ist.
So kam es, dass Nelly und ich die Socke an die Türe gehängt haben, uns gemeinsam unter meine Bettdecke gekuschelt haben und die Decke so weit hochgezogen haben, dass man die Füße sehen konnte, aber die Köpfe nicht.
Und als Luise dann rein kam, wegen der Socke schon lachend, und uns die Decke weggezogen hat, haben Nelly und ich, nach unserem tränenreichen Lachkrampf, folgende Sätze herausgehauen: „Ich habe eine Wassermelone getragen!“ und „Mein Baby gehört zu mir!“. Berühmte und witzige Zitate aus „Dirty Dancing“.
Tja, danach waren wir in der Bakery und haben Lorenz und Julius beim Maultaschen machen zugesehen. Und dann sind wir in Luises Zimmer, haben „The Stepford Wives“ angesehen und sind dann so um viertel vor 1 Uhr in unsere Betten.
Ach ja, heute war Allan Murrays Geburtstag und ich dumme Kuh habe ihn vergessen. Aber er hat trotzdem eine Umarmung bekommen und war letztendlich glücklich. Das ist alles, was für mich zählt. Und außerdem war ich nicht die Einzige, die seinen Geburtstag vergessen hatte!
Mittwoch:
Ich war extra früh wach, damit ich mich fertig machen kann und auf Mama und Rainer warten kann. Also habe ich mich angezogen und bin zum Zähne putzen in das Bad gegangen. Während dem Zähne putzen höre ich auf einmal eine Türe zu fallen. Ich mache die Türe auf und sehe, dass meine Türe verschlossen ist. Und wo ist der Schlüssel? Natürlich in meinem Zimmer. Also dieselbe Prozedur wie letztes Mal. Ich bin zu Irene und habe mir die Ersatzschlüssel geholt. Davor habe ich eine ganze Menge anderer Schlüssel ausprobiert. Das war mal wieder typisch, dass mir das kurz vor knapp passiert. Wenigstens habe ich etwas Zeit totschlagen können, hehe. Das wievielte Mal ist das jetzt schon? Ich komme mit dem Zählen nicht mehr hinterher.
Sehr viel möchte ich eigentlich nicht weiter verraten. Heute war ein besonderer Tag. Er hat mir sehr gut gefallen und doch habe ich ihn zu hassen gelernt. Aber die Details werden sich live viel schöner anhören. Und das dauert ja auch nicht mehr so lange, nicht wahr?! In nicht mal einer Woche bin ich wieder da.
Eins werde ich noch verraten: Nelly und Luise haben gekocht und wir haben abends zusammen gegessen und dann unsere letzten Stunden gemeinsam verbracht und es war wunderbar! Wir hatten sehr viel Spaß und konnten uns so gut ablenken, dass nicht mal Tränen geflossen sind.
Noch nicht…

15.8.13 09:45


Soon I'll be back....

Ich fange einfach mal wieder am Sonntagabend an. Ich habe ja kurz erwähnt, dass ich Chantal besuchen gehe. Das habe ich auch getan. Besser WIR. Nachdem Nelly mitkam um Chantal ihr neues Haar zu zeigen (sie hat ihre Spitzen pink gefärbt) und auch Luise und ich unsere wunderschönen Haare (blau und rot) entblößt haben, hat sie uns eingepackt und wir sind zu ihr gefahren. Sie hat mich über Facebook gefragt, ob ich mit ihr Doctor Who schauen möchte. Ich dachte sie meinte eine Folge oder so. Aber nein, VIEL besser. Doctor Who wurde im Fernsehen LIVE übertragen… und zwar die Ernennung des 12. Doctors.
Matt Smith, der zurzeit die Hauptrolle mimt, wird an Weihnachten aufhören und sich regenerieren. Und wie das eben Tradition ist wird gleichzeitig der neue Doctor vorgestellt. Seit Wochen schon haben Leute Wetten abgeschlossen und darüber spekuliert wer der neue Doctor wird. Und heute erst hat Chantal mir einen Vorschlag geschickt von einem Mann namens Peter Capaldi. Ich habe ihr sofort zurück geschrieben, dass er in Doctor Who schon mitgespielt hat und zwar in der Folge „Fires of Pompeii“ aus der 4. Staffel. Zudem hat er in der 3. Staffel „Children of Earth“ der Spin-off Serie Torchwood eine wichtigere Rolle gespielt. Des Weiteren standen noch viele andere Schauspieler im engeren Kreis und auch wenn manche verneint haben, wurden die Gerüchte trotzdem weiter verstreut. So zum Beispiel wurde Benedict Cumberbatch vorgeschlagen, der die Titelrolle Sherlock in der gleichnamigen Serie mimt und somit im zweiten großen Projekt der Macher von Doctor Who mitwirkt. Die ganz hoffnungsvollen Fans haben darauf gewettet, dass David Tennant wieder zurückkommt. Wäre schön gewesen, aber nein.
Wie dem auch sei. Das Programm dauerte nur eine halbe Stunde und sie hatten ein paar bekannte Gäste dabei wie Bernard Cribbins oder Peter Davison, der den fünften Doctor darstellte. Als es dann endlich zur Ernennung kam und man schon die Hand des 12. Doctors gesehen hat, konnten Chantal und ich uns kaum halten. Und dann kam der Name. Und wer ist es: VERDAMMT NOCH MAL, ER IST SO ANDERS ALS MATT SMITH! ENDLICH WIEDER EIN ÄLTERER DOCTOR UND SEIN NAME IST:
PETER CAPALDI!!!!
Wuhu, Chantal hatte Recht. Oh, ich kann es kaum erwarten, ihn zu sehen. Das wird wunderbar. Nach Matt Smith tut es gut jemand älteres zu sehen. Ich denke er ist der Aufgabe gewachsen. Er ist ein brillanter Schauspieler!
Als das vorbei war, waren wir spazieren. Das war cool. Ihre beiden Söhne, Jack und Oakley, waren dabei und haben uns wirklich gut unterhalten. Danach haben wir etwas gegessen und dann hat Chantal uns heimgefahren. Irgendwann hat sie uns gefragt, ob wir „Flanders Moss“ kennen. Da wir es nicht kannten und Chantal der Meinung war, dass Flanders Moss bei diesem Licht bestimmt schön ist, sind wir dort hingefahren. Es war zwar viertel vor 11, aber wir hatten trotzdem Spaß. Es war echt dunkel und wir hatten leider kein Licht. Das war so krass gruselig. Als wir dann irgendwann den Turm, auf den wir steigen wollten, gefunden haben, war es wirklich wunderschön. Es hatte etwas Australisches. Das weite flache Land und dann die Berge im Hintergrund. Das sah schon sehr schön aus. Eine Nacht ohne Mond und die vielen schönen Sterne. Das Beste waren die Kühe die ab und zu mal gemuht haben und die mähenden Schafe (hehehe). Ich hatte das Gefühl, mich in dem Spiel „Minecraft“ zu befinden. Einsam und nur von Tieren umgeben. Es war wunderbar! Als wir dann zurück zum Auto liefen, hatten wir alle drei echt Angst und ich hab Nelly um ihre Hand gebeten, da Chantal schon an meinem anderen Arm hing. Irgendwann meinte Nelly: „Woher willst du wissen, dass das meine Hand ist?“ und da sind wir alle drei echt ausgerastet. Wir sind zum Auto gehastet und fast ausgerastet, als es nicht gleich aufging. Zurück im Auto mit Lichtern und vorgeschobenem Riegel, waren wir zwar immer noch etwas ängstlich, aber sobald wir wieder auf der Straße waren, hatten wir uns gefangen und mussten über unser super duper Abenteuer lachen, von dem wir leider keine Bilder haben. Dafür aber umso mehr Erinnerungen, hehe.
Montag:
Nelly und ich waren heute unterwegs nach St. Andrews. Wir haben schon sehr viel davon gehört. Es soll direkt am Meer liegen, ein wundervolles Schloss UND eine wundervolle alte Kirchenruine haben. Also sind wir los nach Stirling um dann 2 Stunden mit dem Bus in Richtung St. Andrews zu fahren. Auf dem Weg dorthin haben wir uns beide wieder einmal in der Schönheit Schottlands verloren. Das Wetter war auch wunderbar und wir haben auf jedes zweite Haus gezeigt und gemeint: „So eins will ich auch!“. Unsere Unterhaltungen bestanden auch meistens nur aus den Sätzen: „Ich will hier auch wohnen!“, „Hast du das Haus gesehen?!“ oder „Alter, wie krass schön ist Schottland eigentlich?!“. So ging das dann eine ganze Weile, bis Leo schlecht wurde und wir die letzte halbe Stunde schweigend verbracht haben.
In St. Andrews angekommen haben wir die Touristeninformation gesucht. Wir sind zwar den richtigen Weg gegangen, hatten aber dann doch Zweifel, da nichts kam und haben umgedreht nur um dann wieder umzudrehen, da wir DOCH richtig waren. Als wir die Touristeninformation dann endlich gefunden hatten, haben wir dort ein bisschen herumgelungert, uns einen Stadtplan geschnappt und sind dann in Richtung Kirchenruine gegangen.
Das war wunderschön. St. Andrews ist eine wundervolle Stadt. Wir sind ein wenig herumspaziert und haben uns super unterhalten. Der Höhepunkt war, dass Nelly und ich (beide haben wir leichte Höhenangst) auf eine Mauer geklettert sind, die ein Stück ins Meer reinreicht und den Hafen abgrenzt. Irgendwann wurde das ganze noch schmaler und wir sind alle paar Meter stehen geblieben um uns wieder zu fangen. Ich muss echt sagen, ich sah mich schon mit den Quallen schwimmen und Nelly ging es nicht anders! Aber wir haben es überlebt, am Ende gab es sogar eine Leiter, die wir uns hinunter gequält haben um nicht den ganzen Weg zurücklaufen zu müssen. Damit befanden wir uns auf dem breiteren Teil des Weges.
Dann haben wir uns in Richtung Schloss aufgemacht. Das war ein bisschen frustrierend, da wir für den Eintritt hätten bezahlen müssen. Das haben wir dann nicht gemacht und sind statt dessen Steine gesammelt. Nelly musste mich vom Strand zerren… da waren so viele schöne Steine! Unglaublich, wie schön Steine sein können!
Nach diesem erfolgreichen Erlebnis: zurück in die Stadt. Wir sind zu Waterstones und ich habe mir ein Buch gekauft mit dem Namen „Summer in February“. Das Ding ist: Ich habe euch ja von „Downton Abbey“ erzählt. Der erfolgreichen britischen Serie, die Nelly, Luise und mich eine ganze Weile lang ziemlich beschäftigt hat. Tja, da gibt es diesen einen Charakter „Matthew Crawley“ und in der Zeitschrift „Harrods“, die Gyön Gyi uns mitgebracht hat, stand, dass er jetzt einen neuen Film hat. Dan Stevens, der Schauspieler, hatte einen Lehrer, der das Buch geschrieben hat und gemeinsam haben sie daran gearbeitet, die Geschichte zu verfilmen. Und da ich das Gesicht von Dan Stevens auf dem Buchrücken gesehen habe, habe ich es herausgezogen und beschlossen es zu kaufen. Ich bin gespannt, was mich erwartet.
Danach haben wir einen Kaffee getrunken. Der Typ, der hinter mir stand, hatte seinen Kaffee aber vor mir. Und als ich mit unseren Tassen zu unserem Tisch kam, habe ich nur den Typ gehört, wie er sich immer wieder entschuldigt hat. Der Arme hat sein Tablett fallen lassen und der ganze Kaffee ist über unsere Taschen gelaufen. Das war echt nicht schön. Jetzt stinkt alles nach Kaffee und ist dreckig. Das war echt peinlich mit den Taschen noch weiter herumzulaufen. Wir waren froh, dass wir relativ schnell zurück bei der Bushaltestelle waren. Wir mussten noch eine Stunde warten und dann kam unser Bus und hat uns zurück nach Stirling gebracht, während Nelly und ich immer wieder eingenickt sind.
Am Abend waren wir noch für eine kurze Weile bei Luise und Nelly hat mir meine Schnürsenkel zusammengebunden. Daraufhin bin ich, mehr oder weniger, aus dem Zimmer gefallen. Das peinliche ist, dass mir das die letzten zwei Tage andauernd passiert ist und auch heute auf dieser Steinmauer meine Gedanken nur so herumflogen und gerufen haben: „Hebe deine Beine! Du willst nicht mit den Quallen sterben! Die sind eklig und keine guten Nachbarn! Auch nicht im Grab!“. Wie ihr seht hat das alles gut funktioniert. Ich lebe!
Dienstag:
Ich war heute noch einmal in Stirling. Ich habe ein großes Stück Pappe geholt, dass man nachher in ein 30 kg Paket verwandeln kann und dann, magischer Weise, nach Hause schicken kann. Aber es war überhaupt kein Spaß dieses Ding die ganze Strecke von der Bushaltestelle bis zum Schloss hochzutragen. Der Wind hat das Ding die ganze Zeit herumgeworfen und ich konnte das Ding sowieso schon nicht richtig halten, also hat es mir die Finger zerquetscht.
Als ich wieder zurück kam habe ich mich ein bisschen um meinen Schreibkram gekümmert. Das heißt ein paar Abschiedsbriefe an Personen, die mich in diesem Jahr begleitet haben und mir auf irgendeine Art und Weise in Erinnerung bleiben werden. Eigentlich waren es keine richtigen Briefe sondern mehr oder weniger nur kleine Nachrichten. Und tja… das war eigentlich auch mein Tag. Sonst habe ich nur etwas gegammelt und nicht wirklich viel weiter gemacht. Ja… gut, gegammelt ist jetzt auch nicht das richtige Wort, aber was solls…
Mittwoch:
Ich habe endlich meinen Schreibkram erledigen können. Ich habe zwar noch nicht das Gefühl ich wäre fertig, da mehr als die Hälfte des Blocks noch frei ist, aber das was ich vorhatte ist getan. Daraufhin habe ich mir gedacht, dass ich mir den Co-Worker Raum verdient habe. Also bin ich losgestapft und habe auf dem Weg noch Gavin getroffen, mit dem ich ein paar nette Worte gewechselt habe und auch Russell, mit dem ich dann irgendwie im Garden-Workshop gelandet bin und mich unterhalten habe.
Das war ganz cool. Russell wird mir immer sympathischer. Wir haben einige Dinge ausgetauscht und viel gelacht und festgestellt, dass wir uns echt vermissen werden, wenn ich dann weg bin.
Ich habe es zwar schon von Cliff gehört und auch von Zsolt, aber so richtig Ernst genommen habe ich es nie. Die beiden meinten, dass dieser Co-Worker Jahrgang wirklich außerordentlich war. Ich dachte mir immer nur, dass sie das eben nun mal so sagen. Aber als Russell mir das selbe heute erzählt hat und mir gestanden hat, dass er etwas Bammel vor den neuen Co-Workern hat, ist mir das ganze schon etwas nahe gegangen. Russell ist ja erst seit April da und hat so viele Co-Worker noch gar nicht kennen gelernt. Er meinte, dass wir die Latte auf jeden Fall sehr hoch gesetzt haben. Das freut mich insgeheim sehr, hehe.
Luise, Nelly und ich waren abends in Luises Zimmer und lagen zu dritt im Bett und haben einfach mal wieder gelacht. Wir haben keinen Film gesehen, sondern einfach nur gelacht. Am Samstag war eigentlich die Leaving-Party von Nelly, Lorenz und mir geplant, aber irgendwie ist das ganze jetzt doch nicht so, wie wir das wollten. Die meisten gehen aus. Ich finde das ein bisschen schade, vor allem weil Nanae extra schon im Voraus geplant hat und jetzt kommt das.
Wir haben dann gesagt, dass wir eine eigene Party schmeißen werden. Mal sehen, wie das wird. Und wer da dann auftauchen wird. Es ist halt fies, da wieder einer von uns die Fire-Watch machen muss. Mal sehen, wir bekommen das schon hin. Dann wird das eben eine Pyjama-Party und wir schlafen alle bei Luise. Genug freie Betten gibt es ja.
Ach ja, ich hatte heute für kurze Zeit einen neuen Mitbewohner. Und sein Name ist Paddy. Er ist der Hauskater von Linden. Er war früher wohl in Amber, ist dann aber umgezogen. Auf jeden Fall sind wir uns über den Weg gelaufen und ich habe „Hallo“ gesagt und ihn gestreichelt. Und dann ist er mir den ganzen Weg zu meinem Zimmer hinterhergelaufen. Er hat sich dann aber verlaufen und stand im Flur parallel zu „meinem“ Flur. Ich habe ihn dann maunzen hören, ihn aufgelesen und ihn in Richtung Linden zurückgetragen. Als ich ihn abgesetzt habe, ist er um meine Beine gestrichen und ich habe mich noch einmal hingesetzt um ihn zu streicheln. Als ich dann wieder gegangen bin, ist er mir wieder gefolgt und wir hatten dasselbe Problem.
Dieses Mal habe ich ihn aber im Flur gelassen und bin nur rausgelaufen um nach ihm zu sehen und ihn zu fragen, was er denn will. Als er sich dann erwartungsvoll auf die Treppenstufe gesetzt hat und mich angesehen hat, habe ich mich umgedreht, ich wieder auf mein Bett geschmissen und mein Buch weiter gelesen.
Kurz darauf maunzt es zum dritten Mal. DIREKT. NEBEN. MIR.
Ich drehe mich also um und da sitzt er. In meinem Zimmer. Irgendwann ist er zu mir aufs Bett gesprungen und dort halb eingenickt. Als Nelly kam um mich abzuholen, dass wir Luise besuchen gehen können, hat sie mir geraten die Türe offen zu lassen. Das habe ich auch getan. Als ich zurückkam, war der gute Paddy weg.
Donnerstag:
Luise und ich hatten einen wunderbaren Tag in Edinburgh. Wir waren Flyer sammeln auf der Royal Mile. In den ersten zwei Wochen vom August nämlich, gibt es das „Fringe“, das Straßenfestival von Edinburgh. Dabei geht es eigentlich meist um Schauspieler oder Musiker. Da wir also nicht „Nein“ sagen wollten, haben wir fast jeden Flyer angenommen, der uns angeboten wurde. Unsere eigentliche Hauptsache bestand darin, die Tasche zu kaufen, die wir kaufen wollten und sonst etwas zu schlendern. Also waren wir etwas unterwegs.
Als wir abends zurückkamen, hat Luise gekocht und danach haben wir mein Paket gepackt. Jetzt ist mein Zimmer so extrem leer. Das ist nicht mehr schön! Ich will schon gar nicht mehr in diesem Zimmer schlafen!
Freitag:
Wir habe ausgeschlafen und dann mein Paket abgegeben. Luise und Nelly mussten dann arbeiten und ich war immer noch off. Also habe ich eben eine Weile herumgegammelt und später bin ich dann mit den andern hoch in die Bibliothek. Wir hatten eine Disco. Louise, der One-to-One von einer aus Tourmaline hat eben eine Party organisiert. Da wollte ich dabei sein.
Ich habe also eine Weile mit meinen Residents getanzt und später haben wir eben die übrigen Snacks hoch in das Koreaner Zimmer gebracht. Dort war dann abends die Abschiedsfeier von Nelly und mir. Eigentlich auch die von Lorenz, aber Lorenz wollte da auch nicht wirklich anwesend sein. Wir hatten trotzdem unseren Spaß.
Und sonst, war es das für diesen Tag. Ich könnte jetzt natürlich etwas genauer werden, aber das ist eigentlich nicht so dolle. Es lohnt sich nicht wirklich um ehrlich zu sein. Für uns wurde gekocht und das war es. Hm… jap, wie gesagt… das war es.
Samstag:
Obwohl es für die meisten von uns gestern echt spät wurde, haben Johanna und ich uns trotzdem getroffen um nach Stirling zu fahren. Ich wollte unbedingt noch einmal zum Wallace Monument um mich von Alex zu verabschieden. Ich hatte ein wenig Angst, da ich mir nicht sicher war, ob er samstags überhaupt dort ist. Nach dem mühseligen Aufstieg, haben wir eine kleine Pause gemacht, bevor wir uns dann zu den anderen gestellt haben, die sich neben dem Monument versammelt haben. Und dort stand Alex.
Ich habe mich so gefreut, dass ich ihn durchgehend angegrinst habe. Johanna meinte irgendwann: „Ich glaube der erkennt dich, der starrt dich die ganze Zeit an!“. Und als wir zum Ende kamen, meinte er, dass wir gerne Fotos mit ihm machen können. Johanna meinte dann, ich soll hingehen und ihn ansprechen, aber ich wollte warten bis alle weg sind. Aber so weit kam es dann gar nicht. Er hat plötzlich auf mich gezeigt und meinte: „Kenne ich dich?“ und ich habe darauf genickt und er meinte: „Also warst du schon einmal hier?“ und ich habe geantwortet, dass ich ihn schon zwei Mal gesehen habe. Und er hat mir dann ein Kompliment gemacht und meinte noch so: „Komm her, wir machen ein Foto!“. Und während wir da so standen, haben wir uns ein wenig unterhalten und er hat mich gefragt wie mein Studium so läuft. Dann habe ich ihm erklärt, dass ich nicht studiere sondern ein FSH mache und ich deswegen hier sei. Denn ich gehe bald nach Hause und wollte ihn noch einmal sehen um mich von ihm zu verabschieden. Das hat ihn so sehr gefreut, er hat richtig gestrahlt und dann hat er mich umarmt.
Als wir wieder zurück waren, kam auch schon Johannas neuer Mitbewohner an. Er heißt Emil und kommt aus Dänemark. Johanna hat ihn dann etwas herumgeführt und ich war eine Weile dabei und bin später in der Küche von Clockhouse gelandet mit einer Schüssel Kartoffelsuppe und einem Stück Kuchen. Lange konnte ich das ganze aber leider nicht genießen, da Luise und Nelly schon Feierabend hatten und wir ins Kino gehen wollten.
Was wir dann auch getan haben. Wir haben uns den neuen Film mit Johnny Depp gesehen „Lone Ranger“. Der war ganz ok. Das Beste war, dass natürlich alle aufgesprungen sind, als der Abspann anfing und wir, die natürlich sitzen geblieben sind, kurze Zeit später Johnny Depp noch einmal beim Laufen zusehen durften. Jippiiiiiie! Das war super…
Obwohl der Tag echt schön war, hat eine Sache das ganze doch sehr getrübt. Ich hatte nicht viel Zeit und irgendwie kam alles auch sehr plötzlich, aber ich musste mich von Gabor verabschieden. Das Witzige an der ganzen Sache ist, dass Gabor ein Staff ist und wir uns nicht jeden Tag sehen. Man lernt ihn also erst ein wenig später kennen. Dann kommt noch dazu, dass er auch älter ist, als wir Co-Worker und man meinen möchte, dass eine ernsthafte freundschaftliche Beziehung nicht statt finden kann.
Tja, was soll ich sagen? Bullshit! Gabor hat mich an meinem ersten Tag herumgeführt und, natürlich hat es eine Weile gedauert, ist zu einer sehr wichtigen Person in diesem Jahr geworden. Er war wie ein Bruder für mich. Wir haben uns die ganze Zeit wegen unseres Specks aufgezogen und wenig später wurden wir zu den BBs. Das sind die Bacon-Brothers. Und was sich dem ganzen natürlich angeboten hat, war, dass unsere beiden Nachnamen mit „B“ anfangen.
Es ist schwer zu erklären, aber Gabor und auch Bori, seine Verlobte, haben mir sehr viel bedeutet und sie tun es immer noch. Sie sind jetzt leider beide zusammen im Urlaub und werden nach Ungarn fahren für 3 Wochen. Das war es also für die Bacon-Brothers. Kurz und schmerzvoll…
Sonntag:
Na ja… was soll ich groß sagen… der gewöhnliche Sonntag eben. Nicht viel los. Ich weiß noch nicht genau wie ich es nächste Woche anstellen werde, meinen Blog hochzuladen. Vielleicht kommt die nächste Woche auch nichts. Oder ich ziehe den Blog vor und werde dann einen Abschlussblog schreiben, wenn ich wieder daheim bin.
Haltet einfach mal eure Augen offen. Am Mittwoch oder am Donnerstag könnte dann eventuell ein Blog erscheinen. Ich hab euch lieb!!!
11.8.13 18:33


Last working week...

Letzter Arbeitsmontag:
Zuerst einmal: Die folgende Geschichte beginnt schon am Sonntag um 7 Uhr abends. Ich werde das Ganze aber eben in den Montag quetschen, damit es eben EINE Geschichte ist. Falls ihr den Überblick verlieren solltet, tut mir das Leid, aber ich bin ja bald wieder da und dann könnt ihr nachfragen. Ach ja, bevor ich beginne: Ich habe meine ersten Schnakenstiche dieses Jahr. Einen am Bauch… ich frage mich, wie der da hingekommen ist… und einen am Hals.
Also, wie schon versprochen, kommt jetzt meine supertolle Geschichte von letzter Woche… ich hatte am Sonntag frei und saß eben im Co-Worker Raum um meine Nachrichten zu lesen und sehe, dass ich am Samstagabend eine von Cliff bekommen habe. Ich dachte mir schon: Na super, jetzt schreibt er bestimmt etwas total Schnulziges und ich muss wieder heulen. Aber die Nachricht sah anders aus. Sie ging in etwa so: „Hey, ich habe gestern Abend mit Clare (Cliffs Frau) getrunken und sie meinte ich hätte euch einladen sollen. Dann meinte ich eben: Gut, das werde ich jetzt machen! Wollt ihr nicht zum Essen kommen?“.
So EINDEUTIG wie hier ist das nicht, dass er mehrere gemeint hat. Das ist so ein Ding mit dem „You“ im Englischen. Erst als ich nachgefragt habe, hat er erklärt, dass Nelly auch eingeladen ist. Also haben wir einen Termin ausgemacht. Da ich am Montagnachmittag wieder arbeiten musste, hat er uns eben schon auf Sonntagabend eingeladen. Aber da wir die Nachricht erst spät bekommen haben, war das Ganze wirklich ein bisschen hektisch. Er meinte dann, dass Clare uns abholen wird und wir sollten nur bis zur Bushaltestelle laufen.
Also haben Nelly und ich uns aufgemacht um Cliff zu besuchen. Man, war das vielleicht eine komische Situation. Bis vor kurzem dachte ich mir, dass ich den Kerl nie wieder sehe und jetzt bin ich bei ihm zum Essen eingeladen. UND ZUM ÜBERNACHTEN! Nelly und ich waren uns aber einige, dass es gut ist, den jeweils anderen dabei zu haben. Die Situation war nämlich wirklich so komisch, dass das schon nicht mehr feierlich war.
Um 7 saßen wir also unten bei der Bushaltestelle und da kam Clare auch schon an gedüst. Also sind wir in Richtung Alloa, haben uns nett mit Clare unterhalten und uns tierisch gefreut. Irgendwann meinte sie dann: „So, das ist unser Haus“. Und da kam auch schon Cliff raus um eine seinen Kater Jessica bzw. Jess einzusammeln.
Wir wurden dann ins Haus geführt und mussten gleich schon die erste Entscheidung treffen: Wo sollen wir schlafen? Cliff hat uns sein Workout-Zimmer gezeigt und das Gästezimmer. Nelly meinte, ich solle aussuchen und ich habe das Workout-Zimmer ausgesucht, da das Bett in eine Ecke gequetscht war. Unter einer Schrägen. Wenn man hineinkommt, sieht man es gar nicht, da man erst links auf die Schräge zulaufen muss um dann das kleine Ding in der Ecke zu sehen. Clare hat uns das später auch wunderbar hingerichtet. Das war wirklich ein kleines Liebesnest. Wir haben uns eine Bettdecke geteilt und die war sogar rot!
Danach hat Cliff für uns gekocht. Es gab Tomaten gefüllt mit Reis, Paprika gefüllt mit Reis, geschmorte Kürbisscheiben, Hühnchen und eine selbstkreiertes vegetarisches Gericht mit Kartoffeln, Karotten, Käse, Brotkrümeln und Ziegenkäse als Abschluss. UND ES WAR VERDAMMT LECKER! Auch der Nachtisch. Schokokuchen mit Schokoeis! Wir haben uns auch richtig nett unterhalten, sind dann nach dem Essen in das Wohnzimmer umgezogen und saßen dann dort bis zum nächsten Morgen. Um halb 5 haben wir dann entschieden ins Bett zu gehen. Nachdem ich beinahe auf Cliffs Supersessel eingeschlafen bin, zusammengerollt auf der Seite liegend und als Kissen für „Honey“, Cliffs weibliche Katze, zu dienen. Ernsthaft, das Ding lag auf meinem Arm. Also ich lag auf meiner linken Seite und sie lag auf meinem rechten Arm, bzw. meiner Schulter. Wie cool ist die denn?!  Dank ihr hatte ich auch den ganzen Sessel für mich, da Nelly eine Katzenallergie hat. Hehe, danke Honey!
Als wir dann im Bett waren, konnten Nelly und ich es immer noch nicht glauben.
Irgendwann am Morgen haben wir uns dann angezogen und Cliff hat Frühstück gemacht. Clare musste leider wieder arbeiten, also waren wir mit JACKMAN (so wurde er immer in der Schule genannt… ein gebrülltes JACKMAN… tja, er hat oft Ärger gemacht) alleine, waren schnell Brötchen holen und saßen dann am Tisch, haben Rührei mit hausgezüchteten Kräutern gegessen, dazu eben getoastete Brötchenscheiben und ich hatte ein Glas Multivitaminsaft. Das war das Beste Frühstück, das ich seit langem hatte!
Danach durfte ich ein bisschen „Lego Star Wars“ spielen, während er geduscht hat. Dann sind wir losgefahren, da er noch ein paar Erledigungen machen musste. Nachdem er sie gemacht hat, sind wir einen Kaffee bzw. eine heiße Schokolade trinken gegangen und dann losgedüst, damit ich pünktlich zur Arbeit erscheine. Um viertel nach 2 (eine viertel Stunde vor Arbeitsbeginn) standen wir dann Ecke zur Abbiegung zum Schloss und lagen uns wieder heulend in den Armen. Na ja, ICH habe geheult, Nelly und Cliff haben es mit Fassung getragen. Cliff hat uns nochmal gesagt wie gerne er uns hat (wir waren die ersten Co-Worker, die in seinem Haus essen und schlafen durften!) und dann ist er auch davongedüst mit wildem Hupen und rauchenden Reifen.
Nelly meinte später, dass sie jetzt mehr das Gefühl  hat, als Freunde auseinander zu gehen und nicht als Arbeitskollegen. Tja, da hatte sie vollkommen Recht!
Und dann musste ich auch arbeiten. Ich habe praktisch meine Tasche weggeworfen und bin zu Amber getrottet. Da stand auf dem Programm: Spazieren gehen. Und danach Klavier spielen. Ein ganz langweiliger Workshop-Break-Tag.
Letzter Arbeitsdienstag:
Wir waren morgens spazieren bevor es zum Community-Meal ging. Wieder mal hatten wir einen Pizza-Tag. Und das ist super. Denn die Domino-Pizza ist echt klasse. Richtig lecker. Lynsey war auch da, da sie einen der Day-Students betreuen musste, da er nicht zu Hause bleiben kann. Das war schön. Irgendwie hatte man immer noch ein wenig das Gefühl, in der Workshop-Woche zu sein, da Zsolt noch gearbeitet hat und Russell. Zsolt spart sich seinen Urlaub und Russell, der Arme, hat nicht genug Urlaubstage, da er noch nicht so lange hier arbeitet. Na ja, umso besser für mich. Da kann ich ihn so richtig schön ärgern, weil er dableiben muss, hehe.
Später war wieder ein Spaziergang angesagt und dann haben Dat und Luise mit einer unserer Residents ein Spiel gespielt und ich habe mich schnell um ein paar Sachen gekümmert. Ich habe auch (vermutlich) das letzte Mal unseren Autisten geduscht. Einfach, weil Dat beschäftigt war. Das war auch schön. Ich mache das gerne. Ich mag unseren Autisten!
Am Abend saßen Luise und ich in ihrem Zimmer, das jetzt ganz leer ist. Sie wird jetzt eine Weile alleine da drinnen wohnen. Alle sind sie weg. Naomi und Johanna sind am Montag heimgefahren. Janik ist im Moment in Edinburgh, kommt aber am Freitag wieder um zu gehen.
Und morgen ist der 31. Juli. Das bedeutet: Nur noch 2 Wochen, bis ich gehe. Irgendwie komisch. Das wird wirklich traurig! Und warum musste der gut aussehende Brasilianer erst jetzt kommen?! Nicht fair!
Letzter Arbeitsmittwoch:
Tja, also. Mir war langweilig, sodass ich ein paar Sachen erledigt habe. Dann habe ich Gyön Gyi beim Kochen geholfen und bin danach Klavier spielen gegangen mit unserer Autistin. Das war total witzig, da irgendwann Gerry reinkam und ich „Angs“ Lieblingslied vorgespielt habe und sie natürlich wie verrückt getanzt hat. Dann hat Gerry Bridget hereingerufen die mir mit Zeichen erklärt hat, dass ich sie zum Weinen gebracht habe. Das war total süß.
Dann gab es Essen. Nach dem Essen wollten wir „Rain Man“ anschauen und plötzlich kam unsere Hausleiterin mit 3 anderen Filmen und meinte wir sollen einen schauen, der unserem Jüngsten gefällt. Oh entschuldige… er hat „Rain Man“ ja nur selber ausgesucht. Tut mir Leid, wie kann ich den dann abspielen… echt jetzt?!
Wie dem auch sei. Dat und ich haben dann unsere Autisten geschnappt und sind spazieren gegangen. Als wir zurückkamen, gab es Abendessen und danach war wieder Klavier spielen angesagt. Eigentlich an sich ging der Tag relativ glatt und schnell um… aber dann auch irgendwie doch nicht.
Morgen bin ich alleine. Aber wir bekommen Vladimir und außerdem ist Gabor wieder da. UND unser Nesthäkchen hat Geburtstag! Dann gibt es wieder lecker Kuchen! Jippiiiiiie!
Letzter Arbeitsdonnerstag:
Jap, Vladimir war also da und hat mir geholfen. Am Anfang war es komisch, da ich ihm nicht sagen wollte, was er tun soll und dann saß ich irgendwann dran und habe mich um beide Autisten gekümmert und nicht mal einen einzigen Löffel Cornflakes essen können, da ich mich, sobald ich das Brot für den einen fertig hatte, um das Brot des anderen kümmern musst.
Ich war dann 1 ½ bis 2 Stunden Klavier spielen und irgendwann gab es dann Mittagessen mit fett Apfelstrudel. Leider keinen Kuchen, aber na ja, was will man machen? Gabor ist zusammen mit unserem Nesthäkchen und unserer Laber Tasche ins Kino um den neuen Wolverine zu sehen. Vladimir und ich waren spazieren und dann war der Tag auch schon um.
Letzter Arbeitsfreitag:
Gyön Gyi meinte, dass wir ausgehen sollen. Also hat Gabor mich und unsere Autistin eingepackt und ist losgefahren. Wir sind schnell zu ihm nach Hause, haben dort ein wenig gesessen um dann Bori mitzunehmen. Wir sind nach Kinross gefahren. Ein wunderschöner Ort und das Wetter war auch spitze, aber wir hatten nicht so viel Zeit und sind gleich wieder zurück gefahren.
Auf dem Rückweg waren wir dann noch im Stau, DIREKT vor unserer „Einfahrt“. Die letzten paar 100 Meter haben uns eine halbe Stunde gekostet. Maté war eine geschlagene Stunde im Stau. Als wir dann endlich ankamen, gab es Essen und Luise war wieder zurück. Mit blau-grün-blond-braunem Haar. Sie und Nelly wollten ihr die Haare blau färben aber es hat nicht ganz so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Das hatten sie eigentlich schon am Donnerstagabend gemacht, also war es für mich schon nichts Neues mehr.
Wir waren dann mit Bob, einer unserer unabhängigeren Residents und unserer Autistin Eis essen. Ich hatte Kinder Bueno und Schokolade. Leider hatten sie kein Raffaelo. Oh Gott, unglaublich, wie sehr ich Raffaelo vermisse.
Als wir dann abends zusammen saßen wollten wir das in die Tat umsetzen, worüber wir schon eine Weile gesprochen hatten. Meine Haare orange tönen. Naomi hatte noch eine Tube da gelassen. Aber irgendwie war dann das Problem, dass nicht genug für meine Haare da war. Also meinte Nelly, dass sie noch rote Farbe hat.
Die hat sie dann geholt und wir haben meine Haare rot gefärbt. Ja! Waldbeerenrot. Ganz schön. Und überhaupt nicht blöd oder so. Jetzt sitze ich hier. Eigentlich sieht es nicht schlecht aus… ich hoffe nur, dass mein Friseur kein Problem damit hat. Das Geschenk wird echt spitze, hehe. Auch noch schöne rot gefärbte Haare. Jippie!
Letzter Arbeitssamstag & LETZTER Arbeitstag:
Ja, was stand heute auf dem Programm. Überraschung: spazieren gehen natürlich. Und dann Klavier spielen… mal wieder. Und einen Film schauen… mal wieder. Und einen (bzw. 3) Feueralarm… mal wieder. Also, ein ganz gewöhnlicher Camphill-Tag.
Obwohl es mein letzter Arbeitstag war, kam überhaupt keine Stimmung auf. Also so wirklich gar nicht. Irgendwie war es ein bisschen traurig, aber dann auch wieder nicht. Ich muss gestehen, ich bin einfach nur müde. Müde von dieser ganzen Amber-Atmosphäre, dem ganzen unprofessionellem Verhalten und der nie zufriedenstellenden Arbeit… also ist es eigentlich echt gut, dass ich jetzt gehen darf. Ich bin frei! Frei wie ein Vogel… oder ein Löwe.
Ich bin WEO THE WION!
Sonntag:
Tja, AUSGESCHLAFEN habe ich... das war schön... und dann saß ich die ganze Zeit im Co-Worker-Raum. Heute abend geht es noch zu Chantal... in einer halben Stunde um genau zu sein. Eine schöne Woche wünsche ich euch! Bis zum nächsten Mal




4.8.13 19:04


Sorry I'm late!!!

Letzter Workshop-Montag:
Tja… jetzt wird es ernst. Heute war mein letzter Textiles-Montag-Workshop. Wir hatten auch nur zwei Residents und haben echt nichts gemacht! Wir saßen herum, haben geredet, die Fische für das Konzert am Mittwoch angestarrt und geschwiegen. Dann gab es auch die letzte Textiles-Montag-Workshop-Teabreak und das war doch schon etwas traurig. Überhaupt. Das ist auch die letzte Woche mit meinem Resident. Sie geht jetzt am Freitag für zweieinhalb Wochen nach Hause. Letztes Jahr, als ich ankam, war sie immer noch daheim und die Workshops hatten schon angefangen. Es könnte also bedeuten, dass ich sie nicht mehr sehen werde bevor ich nach Hause gehe. Ich muss mal mit ihren Eltern sprechen. Das wäre schon echt traurig, wenn ich sie jetzt das letzte Mal sehen würde. Den kleinen Teufel…
Ach ja, ich habe heute meinen ersten Kuss bekommen. Auf die Backe. Von „Bob“… das war total süß! Ich habe hier wirklich meinen Traumprinzen gefunden!!!
Letzter Workshop-Dienstag:
Pottery war voll. Also ich meine: WIRKLICH VOLL! Und da das Wetter nicht mehr so schön ist und es sogar mal wieder regnet, konnten wir unsere Teabreak nicht draußen stattfinden lassen und haben uns deswegen alle erst mal zusammen in die „Küche“ gedrängt um dann meine letzte Pottery-Dienstag-Workshop-Teabreak zu halten.
Und am Nachmittag wurde es sogar richtig traurig. Mein letztes Mal Woodwork. Greg hat mich wieder mit Komplimenten überworfen und das ganze überhaupt nicht leicht gemacht! Dann stand ich da, habe mich hinter meinem Schal versteckt und gesagt er solle aufhören, dass ich nicht anfange zu weinen. Als ich mit „Bob“ auf dem Weg war um Kekse zu holen, habe ich ihm erklärt, dass das jetzt unser letzter gemeinsamer Woodwork-Workshop ist. Und dass ich jetzt nach Hause gehe. Ich habe ihm dann auch noch ein paar Fragen gestellt um zu sehen, ob er es kapiert hat. Tja, mehr oder weniger hat er es kapiert. Für den Moment. Das wird er morgen auch wieder vergessen haben. Ach und ich habe seinen Eltern einen Brief geschrieben und sie gefragt, ob es in Ordnung sei, wenn ich mit „Bob“ in Kontakt bleibe. Das wäre schon zu schön.
Am Abend fand dann Anikas Abschiedsparty Nummer 3 statt. Sie hat mir einen wirklich süßen Abschiedsbrief geschrieben und ich war wirklich zu Tränen gerührt. Morgen wird sie dann offiziell gehen. Das wird auch noch einmal schlimm!
Letzter Workshop-Mittwoch:
Tja, Anika ist jetzt weg. Auf dem Weg nach Deutschland. Und ich habe meinen letzten Craft-Tag. Das war der große Tag, vor dem ich mich schon eine Weil graue. Craft liegt mir wirklich sehr am Herzen. Ich hatte dann auch meine Kamerakarte dabei und habe mir viele Videos und Bilder rüber gezogen, damit ich euch den Workshop etwas vorstellen kann. Ich habe auch „Bob“ meine Kamera in die Hand gedrückt und er hatte ein bisschen Spaß damit.
Seine Eltern haben übrigens zurück geschrieben. Es ist in Ordnung, dass wir in Kontakt bleiben und ich freue mich wirklich sehr!
Oh man, der ganze Morgen war so traurig. Mein letzter Craft-Workshop. Mein letzter Workshop mit „Bob“.
Am Nachmittag fand das Konzert statt und  saß neben Russell, was ein Fehler war. Er hat seine Hände beim Klatschen immer wieder robbenartig zusammengeworfen und dabei auch noch Robbengeräusche gemacht. Der Typ ist schon ein bisschen komisch. Aber ich mag ihn. Und das Tolle ist, ich werde ihn auch die nächsten zwei Wochen sehen, da er keinen Urlaub hat. Das ist echt bitter. Aber was will man machen? Irgendjemand ist halt immer das Opfer.
Auf jeden Fall hatten wir sehr viel Spaß beim Sommerkonzert. Danach in Craft war die Stimmung wieder bedrückt. Ich bin abends auch lange spazieren gewesen, damit ich den Kopf frei bekomme. Als ich zurückkam, musste ich eine der Kühe aus Camphill vertreiben. Die ist reingelaufen, da unser Tor offen stand. Aber leider hatte sie kein gültiges Führungszeugnis und ohne das darf man nicht in Camphill bleiben. Also habe ich sie freundlich herausgeführt und den anderen erklärt, dass wenn sie dasselbe versuchen, auch kein schöner Empfang erwartet.
Letzter Workshop-Donnerstag:
Mein Morgen in Pottery war mega produktiv. Ich habe ein Bienennest selbst gestaltet und ein anderes, an dem ich mitgeholfen habe, angemalt. Susan hat mir dann auch zum Abschluss ein Geschenk gegeben. Zwei Karten, die ich entweder verschenken kann oder behalten darf. Daran befestigt waren zwei kleine Tonquadrate, die Susan zusammengeformt hat und angemalt hat. Das erste Quadrat ist ein Baum. Und das zweite Quadrat ist ein schottisches Landschaftsbild. Die sind so schön. Und natürlich hat sie mir auch eine wunderschöne Karte geschrieben.
In Textiles wiederum haben wir nichts gemacht. Einen Film gesehen. Mehr nicht. Das war auch noch ein Film, den ich schon mal gesehen hatte. Cliff und ich haben aber die letzten zwei Tage an einem Video gebastelt, dass wir schon vor einer Weile machen wollten. Heute hat es sich dann endlich ergeben, dass Cliff das Video beendet hat. Es ist eigentlich total simpel. „Bob“ und ich singen zusammen auf die „Bohemian Rhapsody“. Und zwar nur mit „bewegenden Schnappschüssen“. Das Ganze sieht total witzig aus.
Und am Abend hatte ich alle Hände voll zu tun. Wir hatten eine Besucherin, die womöglich bald mit einem unserer Residents arbeitet. Und dann kam auch noch Angela, unser Haus-Befriender mit ihrem süßen Hund „Poppy“. Das war eigentlich ganz schön. Leckeres Essen. Davon hatte ich dieses Mal aber nicht viel. Ich habe mir aber trotzdem mal etwas erlaubt. Ich bin von meinem üblichen Marmeladenbrot auf ein Camembert-Brot umgestiegen. Nur für heute versteht sich. So viel Mut habe ich dann doch nicht.
Letzter Workshop-Freitag:
Wir wurden verabschiedet. In der Morning Gathering. Auf eine ziemlich unpersönliche Art und Weise. Da wurden plötzlich einfach die Namen aufgezählt: „Naomi, Johanna, Janik, Lorenz, Michaela Nelly und Leonie“.  Und dann hieß es: „Ihr habt gut gearbeitet und wir hoffen ihr habt eine gute Heimreise.“ Punkt. Ende. Das wars. Sehr nett. Und emotional. Vielen Dank auch!
In den Workshops wurde es dann doch schon emotionaler. Da das meine letzte Textiles-Stunde war, haben wir Doctor Who gesehen. Ich liebe Chantal, habe ich das schon einmal erwähnt?!
Als Naomi und Johanna dann kamen wurde es echt schlimm. Chantal und die beiden brachen in Tränen aus und ich musste wirklich schlucken, vor allem als Chantal kam und meinte sie will gar nicht daran denken, wenn ich gehe.
Am Nachmittag hatte ich Gott sei Dank wieder frei und bin etwas herumgeschlichen, bevor ich mich zu Cliff getraut habe. Die anderen waren schon da gewesen und hatten den Swimming Pool schon ordentlich aufgefüllt. Ich saß dann also mit Cliff, Susan, Chantal, Russell und Nelly herum, bis Nelly dann ging. Dann waren wir 5 alleine. Susan ging dann aber auch kurze Zeit später, dann hat Russell uns verlassen. Irgendwann kam Naomi dann noch einmal. Aber sie und Chantal waren dann rauchen. Dann hatten Cliff und ich kurz Zeit ein bisschen zu reden, bevor Naomi wieder kam. Kurz darauf kam Johanna und dann waren die beiden wieder für eine Weile weg und Cliff und ich haben uns an unseren Abschied gemacht.
Wir saßen nur da, haben uns traurig angesehen und dann musste ich anfangen zu weinen. Cliff hat mir dann noch erzählt, was er von unserem „Jahrgang“ hält… und was Zsolt darüber denkt. Dann hat er mir sein Abschiedsvideo gezeigt und wir saßen beide dran und haben geheult. Kurz darauf kam Naomi wieder und dann war es wirklich an der Zeit Tschüss zu sagen. Ich muss wirklich gestehen… eine so tolle Umarmung habe ich schon lange nicht mehr bekommen!
Naomi und ich, beide in Tränen, konnten uns wirklich kaum mehr halten. Cliff meinte dann nur, dass er einfach weggehen wird, da er Abschiede überhaupt nicht leiden kann. Er ist dann weggelaufen und Naomi und ich lagen uns in den Armen.
Cliff ist dann noch einmal mit dem Auto an uns vorbeigefahren und hat gehupt. Als er über die Geschwindigkeitsrampe gefahren ist, hat sein Auto kurz gequietscht und ist dann zum Stillstand gekommen. Dann ist Cliff noch einmal ausgestiegen, hat uns eine Flasche Wein gegeben und meinte: „Have one on me!“. Er ist zurück ins Auto und hat wie verrückt gehupt. Und das war es dann. Cliff ist jetzt weg und ich werde ihn nicht mehr sehen.
THIRD WORST DAY IN MY LIFE! Und da kommt aber noch Chantal dazu…

Samstag:
Heute war Johannas, Naomis und Janiks Leaving-Party. Wir haben uns also alle im „Koreaner Zimmer“ getroffen und da „gefeiert“. Es haben ziemlich viele Leute geweint… unter anderem ich… natürlich. Vor allem Naomi und ich haben einiges erlebt. Eigentlich hauptsächlich nur das Mumford & Sons Konzert. Aber das war wirklich schon eine große Sache.
Sonntag:
Eigentlich dachte ich es wäre ein Gammel Tag und ich würde nicht viel machen. Tja, falsch gedacht. Ich hatte heute einen Super-Tag. Weswegen ich auch meinen Blog zu spät hochgeladen habe. Ich entschuldige mich dafür! Außerdem entschuldige ich mich dafür, dass ihr bis nächste Woche warten müsst, bis ich euch die Geschichte erzählen werde. Hehe… bis nächsten Sonntag… entschuldigt noch einmal!

29.7.13 21:40


Not as much as the last times :)

Montag
Ich durfte heute „Bob“ sein Buch überreichen. Craft und Textiles sind zusammen ausgegangen. Wir waren in Callendar am Fluss und haben es uns ein bisschen gemütlich gemacht. Als wir zurückkamen, habe ich ihm das Buch gegeben und er hat jede einzelne Geschichte laut vorgelesen. Dann hat er immer wieder gefragt: „What’s the hair doing there?“, da er auf den Bildern einen Bart hat. Das war echt zu süß!
Dienstag
Ich hatte seit Ewigkeiten mal wieder Woodwork. Eigentlich sind es nur zwei Wochen her, aber es hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit. Ich konnte es kaum erwarten in „Bobs“ Buch zu schreiben, da ich wissen wollte, was seine Eltern von dem Buch halten. Sie haben mir eine Nachricht geschrieben. Angefangen hat es mir „Dear Leonie“, das bedeutet schon was Gutes, hehe. Sie haben sich bedankt für das Buch und fanden es echt toll. Sie meinten, „Bob“ wäre sehr stolz darauf und sie wären sehr beeindruckt. Das ist klasse! Ich freue mich richtig!
Tja, ansonsten ist auch nicht viel los hier. Greg und ich hatten ein kurzes Gespräch und er hat mich gelobt. Ich werde echt traurig, wenn ich an das Ende denke. Alle sprechen nur noch davon, wer bald heim geht und wer kommt.
In der letzten Woche sind 3 Co-Worker gegangen. Oder in den letzten zwei. Jin Ho, Hong Gyun und Anna. Es sind zwar schon wieder zwei dazu gekommen, Judith, die kam heute und Felipe oder wie man ihn schreibt. Er ist der erste Brasilianer hier, seit ich angekommen bin. Und alle Mädels stehen auf ihn, da er so gut aussehen soll. Da kann ich leider noch nichts zu sagen, ich habe ihn nämlich noch nicht kennengelernt. Aber das kommt bestimmt bald.
Mittwoch
„Bob“ und ich haben ein Bild gemalt. Ein Huhn. Um genauer zu sein ein „Motown Chicken“. Für Cliff. Eine von „Bobs“ Geschichten heißt „Motown Chickens Forever“ und Cliff steht da total drauf. Er meinte er möchte ein T-Shirt haben. Und dann habe ich mich eben mit „Bob“ hingesetzt und wir haben sein erstes eigenes Bild gemalt. Dazu haben wir einfach ein Huhn mit Tape „gerahmt“ und „Bob“ hat es dann ausgemalt. Und dann haben wir es etwas verziert, ich habe unsere Namen darunter geschrieben und das wars. Jetzt hat Cliff ein schönes Bild von „Bob“ und mir. Hehe, er war begeistert. So ein Huhn.
Am Nachmittag habe ich nichts gemacht, außer mit Nellys Handy gespielt. Sie hat ein Neues und kann sich Spiele darauf laden und eines davon habe ich eben gespielt. Das war schon cool. Hat Spaß gemacht. Es ist echt krass, wenn man überlegt, dass das mein vorletzter Craft-Tag war. Zu hart… ich muss sagen ich werde ein bisschen traurig wenn ich daran denke… ein bisschen arg! Gestern hatte ich auch das vorletzte Mal Woodwork. Ich will die Leute hier nicht verlassen!
Donnerstag
Heute hatten wir einen Besucher in Pottery. Die mittlere Tochter, Sarah, unseres Managers, Jason. Ich hatte aber nicht viel mit ihr zu tun, da ich nach Ewigkeiten mal wieder zu Yoga musste. Es war aber nicht so schlimm. Eigentlich war es sogar ganz produktiv. Ich konnte ein paar Sachen erledigen während neben mir ein „Hare Krishna, hare hare“ rumdudelte.
Am Nachmittag war ich in Textiles und mir wurde danach erzählt, was für eine tolle Wasserschlacht ich doch verpasst habe. Dafür durfte ich Glitzerfische basteln! Das war vielleicht toll. Und ich saß neben Lynseys Resident der mal wieder „Lord Sugar“ gespielt hat und ich war dieses Mal „Lord Sugars Assistentin“. Ziemlich cool, huh?! Da kann man schon neidisch werden. Tjaja, Lord Sugar und ich sind schon ziemlich dicke!
Freitag
Ich hab meine Fische weiter gemacht in Textiles. Und Chantal hat mir sogar ein Nessie-Monster geschnitten, dass ich dann mit pinkfarbenem Papier überzogen habe und mit Glitzerschmetterlingen und –blättern verziert habe.
Ich hatte heute auch meine letzte Rest-Hour-Watch. Natürlich musste ich bis zum Schluss bleiben. Ich saß zwar eine ganze Weile rum und war sinnlos, aber wen juckt das? Ist ja meine letzte, außerdem habe ich ja eh frei am Nachmittag.
Wie gesagt, ich hatte frei am Nachmittag und war bei Chantal. Eigentlich wollte ich ihr helfen ihren Workshop ein bisschen aufzuräumen. Stattdessen saßen wir eine Weile bei Cliff und haben dann am Ende nur das Gröbste gemacht.
Am Abend kam Johanna an. Sie ist ebenfalls eine Waldorfschülerin und bleibt hier für 6 Wochen. Ich werde morgen mit ihr nach Stirling gehen. Felipe wollten wir auch mitnehmen, aber den habe ich leider nicht mehr abfangen können.
Samstag
Tja, Johanna und ich waren dann also in Stirling. Ich habe mir drei Hosen für einen echt guten Preis gekauft, da gerade ein Sale bei Next war. Die sind voll schön. Es war so warm, dass wir beide nicht auf das Wallace-Monument steigen wollten, also sind wir ins Kino und haben uns Monsters University“ angesehen, hehe.
Am Abend fand dann Anikas Abschiedsparty statt. Aline, die Neue war auch da. Langsam wird es echt voll, wir haben schon keinen Platz mehr. Johanna und Aline müssen in dem Campingwagen schlafen. Zu hart. Die sind bestimmt froh, wenn wir endlich gehen.
Sonntag
Nelly und mein Plan heute einen Berg zu besteigen liegt jetzt auch flach. Stattdessen kümmern wir uns beide um unser Studium. Tja, wenigstens etwas Sinnvolles.
Bis nächste Woche!!! Meine letzte Workshop-Woche!!! Oh Gott, wird das furchtbar!!!


21.7.13 13:40


One month left...

Jap hier sind wir wieder. Ein weiteres „Date“. Und es beginnt wie immer… oder meistens… an einem Montag.
Montag
Chantal war nicht da und es war sowieso so warm, dass Cliff beschlossen hat auszugehen. Also haben Textiles, Craft und Pottery 3 Busse genommen und sind runter zum Fluss gefahren. Dort saßen wir dann und haben das schöne Wetter genossen und unsere Füße im Wasser baumeln lassen. Irgendwann haben wir dann auch Garden gesehen, die auch zum Fluss gelaufen sind. Louise, eine der One-to-Ones aus Tourmaline hat irgendwann beschlossen baden zu gehen. Mit Klamotten. Und da wir anderen auch schon ein bisschen nass waren, haben wir beschlossen das gleiche zu machen. Der erste, der im Wasser war, war eh Russell. Mitsamt Baseballmütze. Und Klamotten natürlich. Nach Louise sind dann eben Naomi, Anika, Johanna, Luise und ich mitsamt unseren Klamotten in den Fluss gesprungen und haben ein wenig geplanscht.
Das war schon cool. Als wir dann wieder raus gekommen sind, sind wir alle zu Cliff gerannt und haben ihn umarmt. Er wollte ja nicht schwimmen gehen und hat so wenigstens eine kleine Erfrischung erhalten.
Wir haben beschlossen das ganze am Abend zu wiederholen. Also sind Johanna, Anika, Luise und ich am Abend mit zwei Fahrrädern runter zum Fluss gefahren. Anika und Johanna haben sich das Tandem geschnappt und Luise und ich hatten beide jeweils ein Fahrrad. Das Ding war aber, dass Luises Kette festhing, also saß sie hinten auf meinem Gepäckträger. Das war schon echt spitze. Vor allem ist der Gepäckträger auch kaputt gewesen und immer wieder nach hinten geklappt. Dann musste sie den Gepäckträger festhalten und gleichzeitig am Fahrrad festhalten.
Anika hatte zwar hinten beim Tandem auch einen Platten, aber bei den beiden ging das wesentlich besser. Aber dafür hatten Luise und ich mehr Spaß mit unserem Trötröt, dem Rentnermobil. So haben wir unser Fahrrad getauft.
Das Ding war aber: Wir mussten wieder zurückfahren. Und als wir uns um halb 11 auf den Rückweg gemacht haben, haben Luise und ich festgestellt, dass wir auch einen richtig schönen Platten Reifen haben. Da wir so viel Gewicht auf den Gepäckträger gelegt haben, hat die Rückbremse schon nicht mehr funktioniert und irgendwie hatten wir dann auch einen Platten. Das war ein bisschen schade. Da war unser Rentnermobil gar nicht mehr so mobil.
Ach ja, bevor ich es vergesse. Während wir gebadet haben, hat irgend so ein Typ das Gras gemäht. Um halb 10!!! Wie cool.
Und plötzlich meinte Johanna nur, dass da jemand steht. Wir haben uns dann beobachtet gefühlt. Und nach einer Weile waren bei der Hütte ein paar Gestalten, die auch so aussahen als wollten sie schwimmen gehen. Das waren unsere Jungs. Wir haben sie von weitem nicht ganz erkannt, aber auf jeden Fall waren Vladimir und Julius dabei. Einer der Koreaner, die im Nachbarzimmer von Luise wohnen und vermutlich Lorenz. Die haben sich dann aber wieder angezogen und uns beobachtet und als wir raus gehen wollten, sind sie schnell wieder abgezischt. Wir haben später rausgefunden, dass sie sogar bis nach Doune gelaufen sind (auf unserer Flussseite natürlich) und sich dort in den Fluss gelegt haben um sich bis runter zur Hütte treiben zu lassen. Ziemlich cool!
Dienstag
Unser Pottery Garten hat sich vergrößert, da jetzt die Bauarbeiten am Haus beendet sind. Jetzt haben wir einen bestimmt 10-mal größeren Garten. Und Susan richtet den ganz schön ein. Erst am Montag hat sie einen Steinkreis gebaut, den wir heute bepflanzt haben. Tja, meine Gärtnerstunden haben sich ausgezahlt.
Jetzt haben wir einen richtig schönen Garten! Obwohl die Hitze es fast unerträglich gemacht hat und auch die Bremsen keine sonderliche Hilfe darstellen.
Wir sind dann auch los um ein bisschen Rinden Mulch zu holen und sind durch den Garten hinter dem Schloss gelaufen. Da war Russell und hat die Pflanzen mit einem Sprenger gegossen. Den hat er dann auf Lynsey und mich gehalten. Ich war von vorne klatschnass, aber bis zum Essen war alles wieder trocken.
Am Nachmittag sind wir wieder ausgegangen. Wieder zum Fluss. Aber dieses Mal  durften wir nicht schwimmen gehen, wegen den Residents. Schade… es war echt wahnsinnig warm. Es war so warm, dass mir am Abend schwindelig war und ich auf der Couch lag mit einem kalten Waschlappen auf der Stirn.
Und es war so warm, dass der Alarm 3 Mal losging. In der Rest-Hour, während dem Abendessen und dann nochmal als die anderen spazieren waren. Unser Feueralarm ist nämlich etwas alt und hält der Hitze nicht stand. Das bedeutet: WENN es zu heiß ist, geht das Ding einfach los. Und wir rennen alle raus um geröstet zu werden und dann sagt man uns, dass das nur ein Fehlalarm war. Aber was will man machen?! Besser als tatsächlich geröstet zu werden.
Abends dann waren wir auf dem Turm. Anika hatte die Schlüssel wieder und dann sind Naomi, Anika, Luise und ich eben hoch und haben die Aussicht genossen. Es war warm, alles sah ordentlich und gepflegt aus und wir konnten sogar einen Elefant aus dem Safari-Park bei seinem abendlichen Spaziergang beobachten.
Ach ja, Cliff hat mir erzählt, dass hier irgendwelche „wichtigen“ Menschen „Bobs“ Buch gelobt haben. Und Gerry war wohl auch schwer begeistert. Er meinte, dass sich „Bobs“ Eltern bestimmt mega darüber freuen, dass er in so etwas involviert war. Ich weiß ja nicht, wie sehr involviert sie sich seine Aufgabe vorstellen, aber ich denke, wenn sie das Buch sehen, werden sie noch einmal mehr staunen. Zumindest hoffe ich das. Ach, ich bin so stolz auf unser Ergebnis! Ich will „Bob“ mit nach Hause nehmen! Darf ich, Mami, darf ich?!
Mittwoch
Tja, irgendwie dachte ich wir gehen Eis essen. Aber leider waren wir das nicht. Na ja, war jetzt auch nicht so schlimm. Obwohl eigentlich schon ein bisschen. Kein „Bob“ am Morgen und auch am Nachmittag: Tote Hose!
Obwohl, ich muss zugeben, der Nachmittag war jetzt nicht sooooo langweilig. Irgendwann kam Debbie in Craft an… NASS! Tja, der liebe Russell hat sich mal wieder einen Spaß mit Wasser erlaubt. Was daraufhin passiert ist, war eine Wasserschlacht vor Craft. Selbst Jocelyn wurde nass. Sie hat aber ein paar Bilder machen können und meinte, sie wird jetzt ein Storyboard erstellen. Hihihi, das war schon cool. Einer meiner Lieblingsresidents und ich haben ziemlich gut zusammen gearbeitet. Wir sind Russell gefolgt und haben ihn beim Wasserflasche auffüllen gestört.
Tja, was darauf folgte war eine schneller Russell, eine schnelle Leo und eine Nelly, die im Weg stand. Ich musste abbremsen und Russell hatte mich eingeholt. Er hat mir die Wasserflasche über den Kopf, den Nacken und den Rücken gekippt. Dann war ich wirklich wirklich nass.
Später habe ich einen Putzeimer mit Wasser gefüllt. Ich war aber ehrlich gesagt zu faul ihm hinterher zu rennen und habe ihn dann immer wieder aufgefordert sich dem ganzen zu stellen. Das hat er dann auch getan und das Wasser lief wunderbar seinen Kopf und seinen Rücken runter. Ha, war das eine Genugtuung.
Ich bin dann schnell in mein Zimmer gesprungen um mich umzuziehen. Als ich zurückkam, saß ich trocken und erschöpft hinter Craft und habe unsere Tea-Break genossen. Russell kam dann um sein Handy abzuholen und ich hatte es aber an mich genommen. Er wollte es haben und ich habe versucht zu verhindern, dass er es bekommt. Als Dank bzw. Strafe dafür hat er sich auf mich draufgesetzt und dann waren meine Hose und mein T-Shirt auf einer Seite ziemlich nass. Vielen Dank auch, Russell!
Aber soweit so gut. Ist ja alles nur Wasser. Und es tut gut, jetzt da wir ja nicht mehr schwimmen gehen dürfen.
Am Abend waren wir dann mit dem Auto unterwegs in Richtung Loch Lomond und sind dort spazieren gegangen. Das war super aber megaanstrengend. Unsere Autistin hat geschnauft wie ein Nilpferd und sich zu 2/3 des ganzen Spaziergangs an mir festgehalten. Wir mussten einen Berg besteigen und da kamen einfach Stufen und Stufen und immer nur Stufen.
Oben angekommen hat sich der Weg aber gelohnt. Auch wenn wir Mädels einfach mal mega erschöpft waren. Wir saßen dann beide auf dem Boden, haben Grashalme auseinandergerissen und an alles möglich Dingen gezupft und uns gegenseitig angegrinst.
Auf dem Rückweg ging das Ganze doch schon etwas schneller. Ein kleines bisschen zumindest. Das war schon toll! Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, aber mir wurde mehr oder weniger versprochen, dass wir hier nochmal herkommen. JEIIIIII!!!
Donnerstag
ENDLICH sind meine Off-Tage da. Ich hab ja meinen Urlaub absegnen lassen. Tja und die relaxte Zeit beginnt jetzt. Mehr oder weniger. Diese Woche hatte ich mir den Donnerstag, den Freitag und den Samstag frei genommen. Und dann habe ich eben noch meine 1 ½ Tage, die ich so oder so frei habe. Ich habe mir die Tage frei genommen, da Luise und ich mal wieder zusammen etwas unternehmen wollten. Das haben wir dann auch getan. Wir beide sind zusammen nach Edinburgh.
Dort waren wir auf der Suche nach dem Comicbuchladen, an dem ich vorbeigegangen bin, als ich den Sebb besucht habe. Danach waren wir im „Bees“ Café, in dem ich auch mit Sebb war. Wir waren dann noch etwas bummeln. Luise hat sich ihre Schuhe gekauft, die sie unbedingt kaufen wollte. Und wir sind ein bisschen durch die Parks gelaufen, damit Luise Bilder machen konnte. Es war echt ein super Tag. Es war zwar etwas warm, aber eigentlich war das echt schön. Und Edinburgh ist eine wunderschöne Stadt!
Wir sind zwar etwas umständlich gelaufen und es war so in etwa wie der unsinnige zwei Stunden Spaziergang in London, aber dann auch doch nicht ganz so lang. Ich hatte zwar etwas Muskelkater vom Spaziergang am Abend davor, aber sooooo schlimm war es dann doch nicht.
Als wir zurückkamen, waren wir dann noch schnell in Stirling etwas shoppen und  haben uns dann auf den Rückweg gemacht.
Freitag
Luise und ich waren zusammen frühstücken und dann sind wir schwimmen gegangen. Es war so krass warm, dass ich echt zu nörgeln angefangen habe, da der Weg so unerträglich war. Als wir dann da waren und schwimmen waren, war alles wieder super. Das Wasser war wunderbar!
Danach lagen wir auf den Steinen und haben uns gesonnt. Es lief alles etwas ungeplant. Eigentlich wollte ich im Schatten liegen, da es mir in der Sonne zu heiß war. Dann haben wir uns aber dagegen entschieden, da der einzige Schatten auf der Grasfläche war. Da waren erstens zu viele Spinnen und dann hat Luise auch noch Heuschnupfen. Tja, also lagen wir in der prallen Sonne.
Das Ergebnis lässt sich sehen. Ich erinnere mich hier nur an das Zitat aus Scrubs, der Ärzte Serie. Als der Chefarzt Doktor Kelso aus dem Urlaub kam hatte er einen mega Sonnenbrand. Die Hauptfigur JD dachte nur: „Sag jetzt nichts mit „rot“ oder „Hummer“!“ Letztendlich hat er Doktor Kelso so begrüßt: „Schönes rot, Doktor Hummer!“.
Tja… ich bin ein LOBSTER!!! Wuhuuu… es brennt enorm. Meine Arme sind nicht so schlimm wie meine Beine! Ich kann kaum gehen, brauche 5 Minuten um in meine Jeans zu schlüpfen und auch das Ausziehen ist eine Qual. Und morgen wollen Nelly und ich die Highland Games besuchen gehen. Mal sehen, wie das wird. Bestimmt nicht wirklich bequem. Ich habe mir vorsichtshalber mal eine kurze Hose eingepackt und Sonnencreme, aber ich weiß nicht, wie das sein wird.
Naomi hat mir netterweise auch „After Sun“ gegeben. Das habe ich mir eben schon drauf geschmiert und werde es nach diesem Blogeintrag auch gleich noch einmal machen. Autschn!!! Nicht schön… tut weh!!!
Samstag
Oh Gott war ich müde! Wir mussten relativ früh aufstehen und es war wirklich keine einfach Sache. Vor allem hatten wir keine Zeit zu frühstücken oder irgendwie groß etwas kaufen. Also haben wir uns ein paar Äpfel eingepackt und sind losgezogen.
Erst mit dem Bus nach Stirling. Dann den Zug nach Glasgow und von dort den Zug nach Balloch. In Balloch angekommen, mussten wir nur die Straße überqueren um in einem Informationszentrum zu stehen. Die haben uns dann gesagt wir müssten nur nach rechts abbiegen über die Brücke und wären schon da. Und wenn wir uns beeilen, können wir beim Kugelstoßen zusehen. Nelly und ich sind also über die Brücke und haben uns gefreut wie Honigkuchenpferde. Wir haben beide nämlich etwas gezweifelt, dass das funktioniert.
Als wir dann kurz vor der Kasse standen haben wir eine deutsche Familie kennen gelernt. Auf dem Rucksack des Vaters stand „Reiseversicherung“ und als er sich umgedreht hat, da er uns Deutsch sprechen hören hat, haben wir auch schon Freunde gefunden. Sein Name war Dietrich und er kam aus Berlin. Er war mit seiner Tochter (ungefähr unser Alter), seiner Frau, der Freundin seiner Frau und deren Tochter hier. Wir haben dann ein bisschen gequatscht, bevor sich unsere Wege auch schon getrennt hatten und wir losgezogen sind um etwas zu sehen.
Das Kugelstoßen war nicht ganz so interessant, da sie sich eher erst aufgewärmt haben und alles noch nicht ganz koordiniert war. Also sind wir zum Highland Dancing der kleinen Kinder. Ich habe noch nie so etwas Cooles und Süßes gesehen! Wie die da herumspringen in ihren Kilts, mit den Buns auf dem Kopf (das ist eine Art Schaumstoffring, durch dessen Loch man die Haare steckt und dann als Bobbel trägt. Das Haar wirkt größer und ein bisschen ordentlicher). Und als dann unter den ganzen Mädels zwei oder drei Jungs zu sehen waren, waren Nelly und ich definitiv verliebt. Wir konnten uns nur schwer davon abwenden.
Aber dann kam doch noch ein Highlight für Nelly. Wie jedes Volksfest gab es ein paar Stände. Clowns, Schmuckstände, Süßigkeiten, Spielsachen, Bogenschießen, UK OK (Werbung dafür, dass Schottland in der UK bleibt), YES (Werbung dafür, dass Schottland unabhängig wird), Eis, Burger, Pizza, Royal Air Force und sogar ein Stand von Kunstbäckern. Nelly hat sich dort einen Muffin gekauft. Aber der beste Stand kommt erst noch: Ein kleiner eingezäunter Bereich mit Adlern, Falken und EULEN. Und Nelly steht ja total auf Eulen, falls ihr das noch nicht wusstet.
Die 3 Raubvögel hießen: „Flame“, „Henry“ und „Percy“. Die 4 Eulen hießen: „Benny“, „Bonnie“, „Oscar“ und „Misty“.
Misty war eine Schneeeule. Was die anderen waren habe ich leider vergessen. Aber Oscar war wirklich klein. Ungefähr so groß wie meine ausgestreckte Hand. Benny hatte ganz tolle orangene Augen und hat extrem an die Eule erinnert, die Nelly in Craft gemalt hat. Und Bonnie war der einzige weibliche Vogel. Sie war größer als Oscar aber kleiner als Misty und Benny. Und wunderschön. Sie hatte einen größeren Kopf und ihr Gefieder war weiß und karamellfarben. Ich stehe total auf karamellfarbene Tiere!
Das BESTE war, dass man Bilder mit denen machen konnte. Nelly hat sich Benny ausgesucht und ich wollte Bonnie. Das Ding war, dass er die Namensschilder von Bonnie und Oscar vertauscht hat. Als ich dann nach Oscar (eigentlich Bonnie) gefragt habe, hat er mich gefragt: „Bist du sicher, dass du ihn aushältst? Er ist ziemlich schwer!“. Als er dann mit Bonnie (eigentlich Oscar) ankam, meinte ich: „Oh, ich meinte die andere!“. Dann hat er schnell die Namensschilder vertauscht und kam mit Bonnie an. Sie war WUNDERSCHÖN! Und verschlafen. Nelly hat dann ein paar Bilder gemacht und dann hat sie sich daneben gestellt und er hat uns zusammen fotografiert. Das war echt supertoll. Und er meinte dann: „Du kannst sie streicheln!“. Ha, da hatte ich Glück. Man konnte nur die zwei Kleinen streicheln. Die zwei größeren Raubvögel durfte man gar nicht anfassen. Also auch keine Bilder. Bei Percy war das anders. Aber nicht anfassen. Und Misty und Benny eben auch nicht.
Aber Bonnie war total ruhig. Sie hat meine Streicheleinheiten genossen und ist beinahe auf meinem Arm eingeschlafen. Ich hätte sie so gerne mitgenommen! Das war so toll. Mama ich will eine Eule!!! Ich durfte schon nicht nach Hogwarts! Bittebittebitte!
Das war aber nicht alles. Wir haben das Baumstammwerfen gesehen, eine Parade, Dudelsackspieler und später noch einmal das Highland Dancing. Dieses Mal waren die Tänzer etwas älter, etwas sicherer und hatten auch eine längere Kür. Wir haben das Wrestling zwar leider nicht gesehen, aber das was wir gesehen haben war genug für uns! Es war wunderbar.
Um 5 hätte noch eine Parade statt gefunden, aber da es so warm war und wir wirklich müde waren, haben wir beschlossen zu gehen. Wir haben uns noch etwas zu trinken geholt und sind dann zum Schloss gelaufen, da der Weg direkt neben dem Gelände war. Das Schloss war zwar nicht so beeindruckend wie unseres, aber dafür der Ausblick. Eine riesengroße Wiese, die den ganzen Weg runter zum Loch Lomond darstellte. Das war wunderschön. Es hat sogar ein Wind gepfiffen. So war es nicht zu heiß. Ich hatte sowieso schon ein paar Probleme mit meiner Jeans, die, wenn sie warm wurde, mir meinen Sonnenbrand verbrannt hat.
Wir sind dann irgendwann zurückgegangen. Auf der Zugfahrt haben wir beide etwas geschlafen und sind dann auch gleich zurück zum Schloss. Wir waren zu müde um noch etwas Zeit in Stirling zu verbringen. Außerdem war es schon 7 Uhr. Also zurück zum Schloss, schnell in den Co-Worker Raum und dann ab ins Bett.
Sonntag
Tja, heute werde ich nichts machen! Die letzten Tage waren echt anstrengend. Außerdem tut mein Sonnenbrand weh. Ich creme ihn zwar immer ein und die Rötung ist auch weg, aber der Schmerz und die Empfindlichkeit der Haut sind noch da. Deswegen gehe ich heute nur ein bisschen in den Co-Worker Raum und dann gehe ich zurück ins Bett um meine Serie weiter zu sehen.
Da der heutige Eintrag etwas kurz ist, füge ich schnell etwas hinzu: Die Serie die ich mir ansehe heißt „Breaking Bad“ und ist ziemlich gut! Sie handelt über einen überqualifizierten Chemielehrer, der Lungenkrebs im Endstadium hat. Da seine Frau ein weiteres Kind erwartet und sein Sohn bald aufs College möchte, braucht er Geld. Er verbündet sich mit einem seiner ehemaligen Chemieschüler und kocht Crystal Meth. Das verkaufen sie. Aber natürlich sitzen ihm die Drogendealer im Nacken und sein Leben ist mehrmals in Gefahr. Auch das seiner Familie.
Dazu kommt noch, dass seine Familie sich immer frägt, was er macht und sein Schwager bei der DEA arbeitet und ihn immer wieder fast erwischt.
Das ist eine fantastische Serie! Der Hauptdarsteller ist Bryan Cranston. Ich zum Beispiel kenne ihn aus der Serie „Malcom mitten drin“ als Hal, der Vater. Und die Rolle war super bescheuert. Und dann dieser Wechsel zum Drogenkoch. Wahnsinnig gut! Und (VERDIENT) mit vielen Awards ausgezeichnet! Also, wirklich wirklich gut!
So, das war es aber auch schon. Ich werde jetzt mal Schluss machen. Was ich aber vorher noch schnell erwähnen möchte ist:

Heute ist der 14. Juli, 2013. Vor 11 Monaten saß Leo auf ihrem Bett und hatte Angst vor den nächsten zwölf Monaten. Und heute sitzt sie hier und hat immer noch Angst. Denn ab heute ist es nur noch ein Monat, bevor es nach Hause geht. Das bedeutet: Abschied nehmen! Und darin bin ich nicht gut. Ich freue mich, dass es bald zu Ende ist und dann auch wieder nicht. Ich würde gerne in Großbritannien bleiben. Aber nicht mehr in Camphill Blair Drummond. Also schon irgendwie, aber auch irgendwie nicht.
Na ja… auf jeden Fall sind es nur noch 31 Tage, bis ich meine Mama und Rainer wieder sehe, hehe. Bis dann ihr Lieben!!!

14.7.13 12:18


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